Börse für Anfänger – Wie starte ich den Aktienhandel richtig?

Börse für Dummies 1: Grundwissen VOR dem ersten Kauf

In diesem Beitrag lernen Sie die wichtigsten Punkte kennen, die einem Anfänger klar werden sollten, BEVOR er mit dem Börsenhandel starten will.

„Ich habe ein Depotkonto eröffnet, aber was nun? Wie fange ich am besten an?“ Diesen Kommentar las ich vor kurzer Zeit auf Facebook. Zunächst musste ich grinsen und den Kopf schütteln. Aber dann dachte ich ernsthaft darüber nach: Irgendwann hatte doch jeder so angefangen. Auch der darauffolgende Kommentar-Stream war so zu erwarten: Es gab zwar viele gut gemeinte Ratschläge, aber alle schnatterten durcheinander und jeder hatte natürlich eine andere Vorstellung von dem, was man unbedingt als erstes machen sollte!

Es gibt keinen richtigen oder falschen Weg

So ist das an den Finanzmärkten: Es gibt NIE nur einen einfachen, richtigen und allgemeingültigen Weg. Es gibt weder ein einziges Erfolgsrezept sich der Börse zu nähern, noch an der Börse zu handeln. Das macht gerade Anfänger zu Schaffen. Googlet man aber „Hilfe! Ich will in Aktien investieren, weiß aber nicht wie?“ kommen immer die gleichen (schlechten) Ratschläge. Diese sind oft eher davon motiviert etwas zu verkaufen, als zu helfen:

  1. Depot-Konto eröffnen (natürlich mit Werbe-Link)
  2. Anlageziel definieren
  3. (Index-)Fonds kaufen
  4. Dazulernen

Glauben Sie niemandem – auch mir nicht

Für den ersten Kontakt mit einer neuen Welt sind diese Tipps aber leider vollkommen ungeeignet. Denn:

  1. Welches Depotkonto entspricht meinen Bedürfnissen?
  2. Wie definiere ich ein Anlageziel?
  3. Was ist ein Indexfonds oder gibt es noch etwas Anderes?
  4. Was soll man denn dazulernen? Soll man vielleicht möglichst viele Foren, Blogs und Magazine (wie dieses) lesen? Oder Börsenbriefeabonnieren?

Nein. So sollte man definitiv nicht beginnen. Wie bei der Geburt eines Kindes ist die Depotkontoeröffnung nicht der erste Schritt. Erst muss ein kleiner Samen, der nicht größer als eine Idee ist, zu einem komplexen, selbstständig lebenden Menschen heranwachsen. Erst dann entlässt ihn der Wirt in die wirkliche Welt. Bevor Sie also wild darauf los traden – ohne Sinn und Verstand, entwickeln Sie Ihre IDEE zu traden erst einmal so weit, dass sie eine reelle Chance hat, zu überleben!

Starten Sie lieber von hinten: LERNEN Sie. Dabei ist die Frage nach dem WAS gelernt werden sollte sehr abhängig von dem Ziel. Und genau hierbei hilft (hoffentlich) mein Beitrag weiter. Am Ende werden Sie ungefähr wissen, in welche Richtung es bei Ihnen gehen könnte. Dort können Sie ansetzen und sich gezielt genau in eine Richtung entwickeln! Betrachten Sie diesen Artikel als die grobe Skizze einer Landkarte, die Ihnen dabei hilft Norden und Süden auseinander zu halten.

Zwei grundlegende Fragen

  • Was für ein Anleger-Typ bin ich oder was will ich für einer sein?
  • Was erwarte ich von der Börse?

Diese zwei Fragen sollten Sie sich zu Beginn Ihrer Karriere stellen. Je präziser Sie antworten, desto erfolgreicher werden Sie sein. Der Anfänger wird aber wohl nicht über ein „Was gibt es denn für Anleger-Typen?“ und „Ich will Gewinne machen!“ hinauskommen.

Aber keine Sorge: Bereits nach diesem Artikel sehen Sie die Dinge etwas klarer. Und erst, wenn Sie die Fragen halbwegs präzise beantworten können, würde ich an Ihrer Stelle ein (Realgeld-)Depotkonto zu eröffnen. Natürlich können Sie das auch früher machen, aber seien Sie gewarnt: Das ist die beste Möglichkeit sehr viel Lehrgeld zu bezahlen.

Ein erstes Aufräumen im Dschungel der Börsen

Der Finanzmarkt ist vermutlich das größte und komplexeste Konstrukt, das die Menschheit je hervorgebracht hat. Niemand kann ihn vollends überblicken. Ja, ich behaupte kein einziger Mensch hat auch nur annähernd genug Wissen, um sich mit allen Facetten der Börsen dieser Welt auszukennen.

Das ist zum Glück auch gar nicht nötig. Tatsächlich sind diejenigen Marktteilnehmer am erfolgreichsten, die sich auf einen ganz bestimmten Bereich spezialisiert haben. Gerade diesen Umstand sollte man möglichst schnell verinnerlichen – er ist elementar! Mein erster Tipp für Börsen-Anfänger lautet deshalb: Lernen Sie selektiv und ignorieren Sie den Rest. Beispiel: Angenommen Sie wollen mithilfe von Charttechnik einen Trendhandel durchführen, was bringt es Ihnen, auf die „neuesten“ Nachrichten zu reagieren?

Im Gegensatz zu „Wer wird Millionär“ gibt es ab einem gewissen Punkt ganz klar keine Korrelation mehr zwischen noch mehr Wissen und Börsen-Erfolg. Michael Voigt, der Autor der Trading-Roman Reihe „Der Trader“ behauptet sogar, dass ein Mehr-Wissen sogar zu negativen Ergebnisse führen kann. Der Grund dafür ist, dass viele Philosophien rund um die Börse konträr zueinander zu stehen scheinen und nur durch eine ganz bestimmte „Weltsicht“ mit Sinn gefüllt werden können. Wer zu viel weiß, kann auch schnell bei den unterschiedlichen Ansichten durcheinander geraten.

Natürlich muss das Grundverständnis über die Börse und seinen speziellen Bereich vorhanden sein, aber wenn das wichtigste Wissen angeeignet wurde kommt es vor allem darauf an zu üben, anstatt sich laufend (nur) noch mehr Wissen anzueigenen. Vergessen Sie also die Idee ALLES wissen zu wollen. Begnügen Sie sich in allen Bereichen, für die Sie sich NICHT entscheiden mit dem allernötigsten oder GAR keinem Wissen.

Was also interessiert mich, und was interessiert mich nicht?

Dimensionen im Börsenhandel

Brechen wir die Komplexität der Finanzwelt ein wenig herunter und versuchen uns zunächst über die wichtigsten Entscheidungsdimensionen klar zu werden. Die folgende Liste bietet eine erste Orientierung:

  • Was? Märkte (Aktienmarkt, Devisenmarkt, Rohstoffmarkt, Edelmetalle, Agrarmarkt)
  • Wie? Herangehensweise (Fundamentalanalyse, technische Analyse, Newstrading, Algo-Trading)
  • Wann? Handelsfrequenz (Scalping, Trading, Investing)
  • Womit? Finanzprodukte (Wertpapiere, Fonds, Anleihen, Zertifikate, CFDs)

Die Frage „Was bin ich für ein Anleger-Typ?“ kann also auch so gestellt werden: „WAS möchte ich WIE handeln? WANN will ich mich darum kümmern und WOMIT tue ich das am besten?“

Jeder einzelne Punkt füllt unzählige Börsenbücher. Auch Kombinationen davon verkaufen sich gut. Alles ausschöpfend in einen Artikel zu verarbeiten ist also unmöglich. Aber es geht hier aktuell ja erst einmal nur um eine logische Einordnung und eine erste Idee, in welche Richtung es gehen könnte. Betrachten wir dafür die einzelnen Punkte etwas genauer.

Märkte

Wer als Neuling an „die Börse“ denkt, hat in Gedanken einen großen Saal vor sich, wo alles gehandelt wird. Das entspricht nicht der Realität. Für jedes Produkt gibt es einen eigenen Markt. Auf einem Wochenmarkt sieht man vermutlich auch eher selten professionelle Rinderauktionen, oder? Zum Teil merkt man das als Endkunde kaum noch, da der Broker sich als komfortable Schnittstelle anbietet. So ist auch der Direkthandel mit dem Emittenten (jemand der Wertpapiere ausgibt) möglich.

Jeder der Märkte hat gewisse Eigenheiten, die in der strategischen Planung von Trades eine Rolle spielen! Beispielsweise können Analysen von Unternehmen (Aktien) durch fundamentale Entscheidungen (Unternehmenskennzahlen, wie Umsatz, Gewinn, etc.) getrieben sein. Das sieht auf dem Devisenmarkt (FOREX, Handel mit Währungen) etwas anders aus. Hier gibt es ja keine „Unternehmenskennzahlen“, weshalb dort vor allem Händler charttechnisch, politisch, oder Nachrichtengetrieben vorgehen.

Viele Anfänger beginnen mit dem Aktienmarkt. Auch wir wollen hier beginnen und die anderen weitestgehend ignorieren. In den Köpfen vieler Menschen ist der Aktienmarkt ein riesengroßes Kasino, an dem mit Realwerten und Arbeitsplätzen gezockt wird. Sie sehen leider nicht, was der Aktienmarkt tatsächlich ist: Die Möglichkeit einen Teil des Produktivkapitals eines Landes zu besitzen; Teilhaber an einer Marke oder einem Unternehmen zu sein, das sie lieben; Ein wenig mitbestimmen und am Erfolg einer Firma teilhaben zu können. Und das alles, ohne selbst etwas zu erfinden, zu produzieren oder zu verkaufen.

Der Aktienmarkt ist also genau eine Sache: Ein für jeden zugänglicher Marktplatz, auf dem Anteile von Unternehmen gekauft und verkauft werden können. Ist das nicht aufregend? Stellen Sie sich vor, IHNEN kann ein kleiner Teil von Coca-Cola, Google oder Facebook gehören. Mit nur wenigen Klicks haben Sie sich eingekauft und werden ab diesem Zeitpunkt jedes Mal ein ganz kleines bisschen dafür bezahlt, dass jemand eine Cola trinkt, eine Google-Suche durchführt, oder auf eine Facebook-Werbung klickt!

Die Theorie der Markteffizienz geht dabei davon aus, dass jedes Unternehmen immer genau so viel wert ist, wie es an der Börse bewertet ist. Das stimmt aber nicht, der Wert einer Aktie (einem Millionenstel eines Unternehmens) wird tatsächlich zu dem Preis gehandelt, den andere Leute bereit sind zu zahlen. Dazu in vielleicht in einem anderen Beitrag mehr. Wichtig hierbei: Jeder hat eine andere Vorstellung vom korrekten Preis. Das macht die Sache mit der korrekten Bewertung so schwierig! Außerdem kommt hinzu, dass es Marktphasen gibt, in denen sehr viele Menschen Aktien kaufen wollen, und in andere Phasen die Verkäufer-Seite

Die Herangehensweise

Die Frage nach dem „WIE entscheide ich was ich kaufe?“ ist abhängig von der Überzeugung eines jeden Einzelnen. Jede Herangehensweise hat ihre Vor- und Nachteile und ist mal mehr mal weniger „in Mode“. Zum aktuellen Zeitpunkt (Anfang 2017) wird zum Beispiel das VALUE-Investing wieder vermehrt betrieben. Hinter dem Begriff VALUE-Investing verbirgt sich dabei nichts anderes als das Stock-Picking durch Fundamentalanalyse. Der Grund dafür ist einfach: Nach der letzten großen Korrektur vor knapp 5 Jahren (Mitte 2012) kennen die Märkte nur eine Richtung: nach oben. Und in einem derartigen Marktumfeld sind Substanzwerte besonders gefragt.

Die Fundamental-Anlayse betrachtet die Unternehmenskennzahlen (Buchempfehlung) und man versucht daraus einen Unternehmenswert zu schätzen. Dabei werden Daten der Vergangenheit herangezogen und in die Zukunft projiziert. So wird zum Beispiel der faire Unternehmenswert berechnet und in Beziehung zum aktuellen Aktienkurs gesetzt (Buchempfehlung 1, Buchempfehlung 2). Das kann durchaus spannend sein, wenn man etwa feststellt, dass der Wert aller Besitztümer der Firma z.B. 20% höher ist als der Aktienkurs. Mit einfachen Worten würde das bedeuten: Wenn Sie ALLE Aktien kaufen (und Ihnen allein das Unternehmen gehört), dann könnten Sie alle Produktionsmittel verkaufen und würden (theoretisch) 20% mehr Geld dafür bekommen, als Sie ausgegeben haben. Sie tauschen 80 Cent gegen 1 Euro. Ist doch ein guter Deal, oder?

Die Fundamental-Analyse zielt häufig auf ein langerfristiges Engagement ab. Das bedeutet, dass Aktien mehr als 1 Jahr, im beste Falle jedoch für immer, gehalten werden sollen. Prominente Verfechter dieser Art der Herangehensweise sind Benjamin Graham, Warren Buffet oder Phil Town. Die Fundamental-Anlayse ist die Basis für Strategien wie die Dividendenstrategie (man kauft Aktien von Firmen, die einen Teil ihrer Gewinne an den Aktionär ausgeben, Buchempfehlung) oder Buy&Hold (man kauft Aktien und verkauft nie wieder, Buchempfehlung).

Falls Sie diese Art der Gedanken über Unternehmen und Märkte interessant finden: Auf dieser Seite werden noch viele vertiefende Artikel folgen!

Die Technische Analyse (Charttechnik) ist die zweite grundlegende Art, sich dem Finanzmarkt zu nähern (Buchempfehlung). Viele sehen zwischen der fundamentalen und charttechnischen Analyse so große Differenzen, dass sie unüberbrückbar scheinen. Es entsteht regelmäßig Streit zwischen beiden Lagern, welche denn besser sei und am Ende haben irgendwie beide Recht.

Aber alles der Reihe nach: Dem Charttechniker ist das gehandelte Instrument relativ egal. Er betrachtet nur den Chart eines Instruments (z.B. einer Aktie) und versucht daraus Rückschlüsse auf die weitere Entwicklung zu ziehen. Er handelt Trends (oder dagegen), Bewegungen, Korrekturen, Ausbrüche oder auch Reversals (Buchempfehlung, die ganze Reihe). Es gibt eine schier unüberschaubare Fülle an Indikatoren, Oszillatoren und Candle-Formationen (Buchempfehlung). Dank technischer Unterstützung muss man hier nichts dem „Zufall“ überlassen. Tatsächlich sind auch Gewinn und Verlust nur eine Quote, die einem positiven Erwartungswert genügen muss.

In der Charttechnik kann generell jede Zeiteinheit gehandelt werden. Sowohl in Sekundenbereichen, als auch auf Monatscharts. Viele Fondsmanager nutzen die Charttechnik um klar definieren zu können wann gute Ein- und Ausstiegspunkte sind. Dem Ansatz folgen/folgten namenhafte Trader wie Charles Dow, Nikolas Darvas oder Jeff Cooper.

Die Charttechnik ist ein sehr spannendes Feld und zu diesen Themen wird es hier natürlich noch reichlich Lesestoff geben!

Die Newstrader berücksichtigen – wie der Name schon sagt – aktuelle Nachrichten der Unternehmen, der Zentralbanken und der Politik um darauf eine Spekulation aufzubauen. In der aktuell gängigen Ausprägung ist diese Herangehensweise extrem kurzfristig und wird mittlerweile eher von Computern befeuert als durch reale Menschen (siehe Algo-Trading). Wenn ein Unternehmen seine Quartals- oder Jahreszahlen veröffentlicht, die Zentralbanken zum neuen Zinsentscheid einladen, oder die USA ihre Non-farm-Payrolls (Gehaltsabrechnungen der abhängig Beschäftigten in den USA) veröffentlichen, kommt es an den Märkten oder bei den betroffenen Aktien oft zu starken Schwankungen. Davon will der Newstrader profitieren.

Allerdings kann man zu Newstrading auch eine andere, längerfristige Einstellung haben. Etwa wenn die Zentralbanken die Leitzinsen erhöhen. Dann kann das ein Indiz dafür sein, dass bald Geld von der Börse abgezogen wird. Die Aktienkurse könnten einbrechen.

Ein Paradebeispiel dafür ist der 15. bzw. 21. Januar 2008: Nachdem die Immobilienfirma Hypo Real Estate riesige Abschreibungen aus Krediten geltend macht, entstehen erste Panikverkäufe. Die FED sieht sich nach einer schnell anberaumten Krisensitzung (!) gezwungen die Zinsen sofort zu senken. Am 21. Januar verkaufen die gut informierten Newstrader wie wild, Millionen Positionen stoppen aus (= sie werden zum Kauf angeboten) und es gibt kaum Käufer auf der Gegenseite. So schloss der DAX mit 21% im Minus. Längerfristig sind die Auswirkungen ja bekannt: Der DAX verlor bis März 2009 rund 55%.

Ein Spekulant (= mittelfristig ausgelegter Newstrader, der oft auch Nachrichten „vorausahnt“) kann sich also, bedingt durch neue Informationen, gegen den langjährigen Trend richten und damit erfolgreich handeln. Berühmt wurde der Hedge-Fonds-Manager Michael Burry durch seine Spekulation gegen die Immobilienblase (wie auch im Film „The Big Short“ zu sehen), weil er damit rund $ 800 Millionen verdient haben soll ($ 700M für seine Investoren und $ 100M für sich selbst). Andere berühmte Spekulanten dieses Genres sind unter anderem André Kostolany, Jesse Livermore oder George Soros.

Algo-Trading ist eigentlich eine Unterart der Charttechnik. Beim Algo-Trading wird eine – wie auch immer geartete – Strategie festgelegt, der ein Computer folgt. Auch halbautomatische Ansätze sind hier denkbar. Gerade seit dem Siegeszug des Internets erfreut sich diese Art des Tradings sehr viel Zuspruch. Die Vorteile liegen auf der Hand: Ist einmal eine Strategie definiert, handelt der Computer. Er ist immer wach, kann immer einschreiten und beobachtet tausende Instrumente gleichzeitig. Programme wie der MetaTrader können auch Laien verwenden und die Bots sind schnell installiert.

Doch wer glaubt hier einfach eines der hunderttausenden kleinen Programme laden zu können, die dann das Geld im Alleingang verdienen, wird schnell enttäuscht. Die Programme wirken zwar teilweise sehr komplex, haben aber meist gravierende Schwächen. Wie etwas das Handeln riskanter Strategien mit großem Verlustpotential, die niemand jemals so in der Realität handeln würde. Hier ist äußerste Vorsicht geboten!

Seit wenigen Jahren emanzipiert sich diese etwas verrucht wirkende Szene jedoch. Mittlerweile gibt es auch einige seriöse Anlageprodukte, die sich als Tagesgeld-Alternative mit moderaten Zinsen von 4-6% verkaufen. Dazu gehören: ginmon, fintego, easyfolio, growney oder whitebox.

Die Realität ist viel komplexer

Soviel zu den Reinformen. Es gibt viele Mischformen und man sollte besser nicht nur eine Disziplin alleine betrachten. Es macht zum Beispiel durchaus Sinn fundamentale Ansätze zu verfolgen, aber Ein- und Ausstiege mithilfe der technischen Analyse vorzunehmen! Selbst Gold eignet sich – entgegen landläufiger Meinung – nicht zum Kaufen und liegen lassen.

Man denke an die Posse der Deutschen Telekom. Wer sie von Beginn an zeichnete, hatte zwar zunächst ein glückliches Händchen bewiesen und sein Geld schnell vervierfacht (Buchwert!). Wer aber auf Buy & Hold setzte, der war verloren und hat im Endeffekt sogar Geld eingebüßt. Der Rest ist Geschichte: Verwirrte (Laien-)Anleger, unnötige Klagen (man war verwundert, dass man durch Investition an der Börse Geld verlieren kann) und eine Frage: Wäre es nicht vielleicht besser gewesen, irgendwann auch mal auszusteigen?

Die Handelsfrequenz

Wann ist der richtige Zeitpunkt, tätig zu werden? Wie oft sollte man handeln und wie lange sollte man seine Position halten?

Die Antwort lautet: Das kommt darauf an. Die zeitliche Ausrichtung – ganz unabhängig von der verfolgten Taktik – ist eine Frage der eigenen Einstellung. Es gibt Menschen, die zehn Stunden am Tag vor dem PC sitzen und auf Gelegenheiten warten. Andere sind anderweitig berufstätig und schauen nur einmal am Tag, einmal in der Woche oder sogar nur einmal im Monat auf ihre Positionen. Darüber hinaus gibt es durchaus Anleger, die Aktien für die Ewignkeit halten wollen (Buchempfehlung).

Der Scalper arbeitet im Sekundentakt. Er versucht sich ein paar Punkte aus dem Markt zu schneiden (das „Skalpen“), indem er bei schnellen Marktbewegungen ein paar Sekunden einsteigt und sofort wieder aussteigt. Gelegenheiten gibt es sehr viele, und so „sammelt“ er seine Punkte zusammen. Durch extrem hoch gesetzte Geldbeträge kommt da dann auch etwas zusammen. Er muss aber ständig auf der Hut sein, neue Gelegenheiten finden und blitzschnell handeln! Dabei arbeitet er entweder nach technischen Vorgaben, indem er bei Eintritt in den Markt einen fixen „Take Profit“ einstellt, oder er versucht nach Gefühl das Ende eines Ausbruchs zu erahnen. Dazu braucht man allerdings sehr viel Wissen und Erfahrung, Scalping ist die Königsklasse des Tradings (das bedeutet allerdings nicht, dass sich jeder Börsenhändler in Richtung Scalping/kleine Zeiteinheiten entwickelt!).

Der Trader ist da schon etwas entspannter. Auch er handelt Werte und Indizes aktiv und in den meisten Fällen mit technischen Indikatoren. Dabei gibt es aber unterschiedliche Ausprägungen: Ein Daytrader handelt nur bis maximal zum Ende eines Tages, also „Intraday“. Dementsprechend sucht er sich eine kleine Zeiteinheit um den Chart zu betrachten. Das geht von 1 Minute bis ca. 15 – 30 Minuten. Andere Trader wollen keine Positionen über das Wochenende halten, wohl aber über mehrere Tage. Sie arbeiten auch mit Intraday-Zeiteinheiten von 30 Minuten bis 4 Stunden. Der mittelfristig orientierte Trader kann aber auch „nur“ auf Tagesbasis handeln. Der begriffliche Übergang vom „Trader“ zum „Investor“ ist fließend – eine klar abgrenzende Definition gibt es nicht.

In Deutschland wurden bis 2009 alle Trades, die weniger als 1 Jahr zwischen Kauf und Verkauf einer Position haben, wie Einkommen aus privaten Veräußerungsgeschäften besteuert. Darüber hinaus wurden Aktien-Positionen steuerlich behandelt wie ein Haus, das man mehr als 10 Jahre besitzt. Die „Spekulationssteuer“ war so zu umgehen. Deswegen könnte man sagen: Wer seine Position innerhalb eines Jahres verkaufen will, kann noch als Trader bezeichnet werden. Die zweite Dimension der Unterscheidung zwischen Trader und Investor liegt in der Herangehensweise: Ein Trader legt den Fokus auf technische Analysen, während noch längerfristig ausgelegt Investoren fundamentale Ansätze verfolgen und die Charttechnik bestenfalls als Hilfsmittel sehen.

Der Trader sieht „Risiko“ anders als die meisten Menschen. Für ihn ist Verlust lediglich eine Quote, die mit Gewinn verrechnet werden muss. Dies ist eine sehr harte Schule, denn verlieren ist ein wesentlicher Bestandteil des Tradings, was die Psyche eines Menschen sehr belasten kann. Es gibt Handelsansätze, die mit einer Gewinnquote von 30% oder weniger rechnen. Das heißt 7 von 10 Trades enden statistisch mit Verlust!

Wer sich für diesen Ansatz entscheidet, sollte sich in diesen Bereichen weiterbilden: Grundlagen der technischen Analyse (Buchempfehlung), Markttechnik (Buchempfehlung), aber VOR ALLEM mit Trading-Psychologie (Buchempfehlung) und Risiko- und Money-Management (Buchempfehlung)!

Der Investor ist demzufolge jemand, der seinen Fokus auf die fundamentalen Daten eines Unternehmens richtet, Wachstumspotential für die Zukunft sieht, und eine langfristige Position von über einem Jahr anstrebt. Das kann zum Beispiel dadurch motiviert sein, dass die Firma in den nächsten Jahren (vermutlich) weiterhin wächst. Oder fast unverzichtbar für unser Leben scheint (Buchempfehlung). Auch die jährlich wiederkehrende (und am besten wachsende) Dividendenzahlung kann dazu motivieren eine Aktie lange und ungeachtet ihrer tatsächlichen Preisentwicklung zu halten (Buchempfehlung). Unternehmen, die Dividenden zahlen, geben einen Teil ihres Gewinns (die Dividende) an den Teilhaber ab.

Das Extremum eines Investors ist der Buy&Hold Investor. Er kauft eine Aktie mit dem Plan, sie NIEMALS wieder zu verkaufen. Der Starinvestor Warren Buffet ist berühmt für diesen (angeblich verfolgten) Ansatz. Allerdings trennt sich auch sein Unternehmen – Berkshire Hathaway – von Zeit zu Zeit von unlukrativen Firmen.

Auch als Investor hat man es beim Thema Risiko nicht leicht! Während der Trader seine Positionen ab einem bestimmten Punkt schnell und einfach liquidiert, hält der Investor oft sehr lange daran fest. Somit muss er die Nerven behalten können, wenn eine oder mehrere Aktien seines Portfolios um 50%, 60% oder mehr fallen. Klingt schwierig? Der Investor freut sich in der Regel sogar sehr, wenn so etwas passiert! Denn wenn die fundamentalen Daten stimmen, sind extreme Einbrüche einer Aktie lediglich eine Laune der Märkte und man hat die einmalige Chance besonders billig an tolle Unternehmensanteile zu kommen!

Die Charttechnik ist dem Investor erst einmal egal, für Ihn zählen Dinge, wie Grundlagen zum VALUE-Investing (Buchempfehlung), Unternehmensbewertung und Kennzahlenanalyse (Buchempfehlung) oder der Direkteinstieg in Strategien wie die Dividendenstrategie (Buchempfehlung).

Nun gibt es aber nicht nur den Aktienmarkt. Es gibt viele weitere Instrumente, mit denen gehandelt werden können!

Finanzinstrumente

Die Aktie ist das klassische Instument der Finanzmärkte. Sie ist, wie vorher bereits erwähnt, eine direkte Beteiligung an einem Unternehmen. Als Aktienhalter ist man mit Rechten gegenüber dem Unternehmen ausgestattet. Man kann Dividenden beziehen, wird zur Hauptversammlung eingeladen und darf mitbestimmen, wohin die Reise gehen soll. Dabei ist jede einzelne Aktie eine Stimme. Je mehr Stimmen (Aktien) man hat, desto mehr Mitspracherecht hat man im Unternehmen.

Aber es gibt zahlreiche Gründe, warum man gar nicht daran interessiert sein könnte eine Aktie zu besitzen! Hier kommen dann andere Produkte zum Tragen. Eine Auswahl:

Ein Aktienfonds ist eine Art „Topf“, der mehrere Aktien bündelt. Wer in einen Fonds investiert, kann eine bestimmte Strategie wählen, ohne sich selbst um die Einhaltung der Strategie kümmern zu müssen. Dafür gibt es Verwalter (Fondsmanager), die nach der definierten Strategie handeln und von den Investoren Geld einsammeln. Man kann einfach einmalig Fondsanteile kaufen. Mit dem Geld arbeiten die Fondsmanager entsprechend der Strategie (Buchempfehlung für Basiswissen).

Wer einen Fonds für die Altersvorsorge nutzt, hat den Vorteil, dass er eine aktive Trading-Strategie nutzen kann, ohne ständig seine Anteile kaufen und verkaufen zu müssen. Das ist aus steuerlichen Gründen sehr sinnvoll. Auch das Risiko kann stärker gestreut werden. Ein weiterer Vorteil eines Aktienfonds (oder Indexfonds) ist, dass der Fonds bezogene Dividenden einsammeln kann, reinvestiert und die Manager häufig beachtliche Teile eines Unternehmens halten. Damit lässt sich indirekt auch Firmenpolitik betreiben.

Es gibt mittlerweile sehr viele Ausprägungen, die ein Fonds haben kann. Je nachdem worin die Fonds investieren, können hier gute Renditen winken, oder auch einfach nur eine Kapitalsicherung stattfinden. Möglich wäre eine institutionelle Investition in Staatsanleihen, oder auch die Fokussierung auf Unternehmen, die etwas mit regenerativen Energien zu tun haben. Sehr beliebt sind sogenannte ETF-Fonds (Buchempfehlung), die oft einen Index (wie den DAX, MDAX oder Dow Jones) abbilden und ohne einen Fondsmanager auskommen, weil alle Verteilung automatisch stattfindet. Die Verwaltungskosten sind hier besonders gering.

Der Begriff CFD bedeutet „contract for difference“ (Buchempfehlung). Dabei handelt es sich um einen Kaufvertrag von einem Paket (z.B.) Aktien, die zum aktuellen Kurs bezogen werden. Statt die Aktien direkt abzurufen bleibt das Paket beim Verkäufer, bis der Käufer die Position „glatt stellt“. Dafür erwartet der Verkäufer vom Händler aber eine Sicherheitshinterlegung (= Margin). Der große Vorteil an diesem Geschäft ist, dass der Händler lediglich eine kleine Gebühr bezahlt und die komplette Differenz zwischen Kaufkurs und Verkaufskurs behalten kann, bzw. ausgleichen muss. Außerdem kann er Aktien verkaufen, die er nicht selbst besitzt, sie später billiger einkaufen und dadurch gewinnbringend auf fallende Kurse setzen. Dadurch kann der Händler mit hunderten Aktien arbeiten, ohne viel Geld in die Hand nehmen zu müssen. Er hat einen „Hebel“, auch Leverage genannt.

Ein Beispiel: Händler (1) kauft einem anderen Händler (2) 100 Aktien ab und schließt einen Differenzvertrag. Die entsprechenden Aktien haben einen aktuellen Wert von je 100 Euro (= 10.000 Euro Paketwert), Händler (1) hinterlegt bei Händler (2) 1% der Summe als Kaution, also 100 Euro, um später auch noch 100 Euro pro Aktie zahlen zu dürfen. Nun steigt der Preis der Aktie um 2% auf 102 pro Aktie. Der Händler (1) findet einen Käufer (Händler (3)), der ihm 102 Euro für die 100 Aktien bezahlt. Das macht 100 x 102 Euro = 10.200 Euro. Nun ruft Händler (1) seinen CFD-Vertrag ab. So hat der Händler (1) mit einem Betrag von gerade einmal 100 Euro 200 Euro verdient. Das entspricht 200% Gewinn, da der Händler (1) nie die kompletten 10.000 Euro in der Hand haben musste.

Die Gefahr hierbei besteht darin, dass die Aktie auch auf 98 Euro fallen kann. Das Paket ist nur noch 9.800 Euro wert! Händler (1) MUSS aber seinen Vertrag einhalten und Händler (2) die Aktien für 10.000 Euro abkaufen. Er macht 200 Euro Verlust. So ist es mit dem Hebel: er wirkt in beide Richtungen. Da hier die eigentliche Sicherheitshinterlegung überschritten wurde, muss Händler (1) 100 weitere Euro aufbringen. In dieser „Nachschusspflicht“ liegt die größte Gefahr und kann im schlimmsten Fall zur Privatinsolvenz führen. Hier ist das Arbeiten mit Stop-Losses (Verlustbegrenzungen) extrem wichtig!

Deswegen sind CFDs nur Menschen anzuraten, die genau wissen, was sie tun. Nicht jeder Kunde kann in der europäischen Union ein CFD-Konto eröffnen. Hier sind zum Schutz mehrere Jahre Trading-Erfahrung Pflicht.

Zertifikate sind sehr vielfältig und können ebenfalls unterschiedlichste Ausprägungen haben (Buchempfehlung). Sie sind zunächst nur eine Schuldverschreibung eines Emittenten (oft einer Bank). Gern genutzt werden Zertifikate beim Handel, wenn sie sich auf einen Basiswert, also eine Aktie oder Index, beziehen. Das Zertifikat ist immer günstiger als die Aktie selbst. Das kommt dadurch zustande, dass es einen „Basispreis“ gibt, und man als Käufer keine ganze Aktie kauft, sondern nur einen (virtuellen) Teil davon. Nämlich denjenigen, der sich oberhalb des Basispreises befindet.

Kostet eine Aktie also 110 Euro, kann man ein Zertifikat für 10 Euro kaufen, wenn der Basispreis der Aktie 100 Euro beträgt (Rechenbeispiel, hierbei werden der Spread, also die Differenz zwischen Kauf und Verkaufskurs, sowie die Zertifikatskosten nicht einbezogen). Auch hier kann man einen Hebel nutzen. Steigt die Aktie um 10 Euro auf 120 Euro, ist der Basispreis um ca. 9% gestiegen, aber das Zertifikat kann nun für 20 Euro (120 Euro – 100 Euro Basispreis = 20 Euro) verkauft werden. Das macht für den Händler ganze 100% Gewinn.

Ein Problem hat der Händler allerdings, wenn die Aktie auf den Basispreis, oder darunter, fällt. Denn dann verfällt das Zertifikat und der Händler hat sein ganzes eingesetztes Geld verloren.

Dank Konstruktion des Zertifikats kann auch bei diesem Produkt eine Spekulation auf fallende Kurse stattfinden. Dabei liegt der Basispreis über dem aktuellen Kurs der Aktie. Je weiter der Kurs fällt, desto höher steigt der Zertifikatkurs.

Nachteile sind, dass der Emittent des Zertifikats theoretisch zahlungsunfähig werden kann. Damit sind die Schuldverschreibungen wertlos. Schlimmer noch: Als Zertifikate-Händler bekommt man keinen Cent mehr, denn man wird nicht auf die Gläubigerliste aufgenommen. Zudem sind die meisten Zertifikate (Turbo Bull, WAVEs, etc.) durch ihre Konstruktion eher für kurz- bis mittelfristiges Trading geeignet.

Die Anleihe ist ein langfristig ausgelegter Kredit. Er wird von Firmen und Staaten ausgegeben um sich zu finanzieren. Dafür erhält man einen garantierten Zins. Außerdem ist die Anleihe handelbar. Der Zins ist je nach Emittent und Gefahr des Ausfalls unterschiedlich hoch. Bei Staatsanleihen von Deutschland oder der USA sind Ausfallwahrscheinlichkeiten klein und die Zinsen entsprechend sehr niedrig. Viele Rentenfonds und Versicherungen legen hier ihr Geld an. Andere Anleihen können jährlich 12 % oder 15 % Zinsen zahlen. Manchmal sogar monatlich! Hier liegt das Ausfallrisiko dann in der Regel umso höher.

Auf dem Anleihenmarkt kann die Schuldverschreibung gekauft oder verkauft werden. Je nachdem, wie weit der Rückzahlungszeitpunkt in der Zukunft liegt und die (begradigte) Ausfallwahrscheinlichkeit ist schwankt hier der Preis des Papiers.

Die Optionen sind ebenfalls eine Art Zweitmarkt, der wie eine Versicherung funktioniert (Buchempfehlung). Der Privatanleger kann Optionen auf seine Aktien aus dem eigenen Besitz verleihen, um dafür eine Ausleihgebühr zu bekommen. Große Händler haben ein Interesse daran, Ihre Positionen gegen Kursschwankungen (nach unten UND oben) abzusichern. Dazu möchten sie Optionen auf Aktien haben, wenn diese eine Preis-Marke zu einem bestimmten Stichtag unter- bzw. überschreiten. Wenn das passiert, muss der Aktieninhaber die Aktie an den Versicherungsnehmer abgeben. Der Privatanleger bekommt für das Verleihen dieser Option eine Prämie, wie das bei Versicherungen üblich ist. Dabei spielt die Wahrscheinlichkeit für den Versicherer.

So kann ein Aktienbesitzer, der nicht vor hat seine Wertpapiere zu verkaufen durch das „verleihen“ als Sicherheit zusätzlich Geld verdienen. Das ist insbesondere für den Investor attraktiv, der damit zusätzliche Rendite erwirtschaften kann.

Was kann man jetzt damit anfangen?

Nun haben Sie ein paar Grundbegriffe kennengelernt. Auf Basis dieser lässt sich bereits eine Grundrichtung festlegen, die man vorrangig verfolgen könnte:

  • Sie wollen sich intensiver mit den Börsen auseinandersetzen und haben Spaß daran, regelmäßig „auf die Jagd“ zu gehen? Dann sind Sie ein Trader-Typ. Als Trader liegt Ihnen die Technische Analyse vermutlich mehr, als die grundlegende Überlegung ob ein Unternehmen über- oder unterbewertet ist.
    • Viele oben genannte Produkte sind für Trader geeignet: Aktien lohnen sich vor allem bei einem größeren Konto, für kleinere Konten können auch Hebelzertifikate und CFDs geeignet sein.
    • Setzen Sie sich nicht nur mit der Technik auseinander, sondern auch mit Mindset, Psychologie und Risikomanagement.
  • Sie suchen eine möglichst passive Alternative zu Geldanlagen wie Tagesgeld oder Festgeld und sich selbst 1x im Monat mit den Kursen zu beschäftigen ist schon viel? Sie sind ein Investor-Typ! Der Investor verfolgt längerfristige bis sehr langfristige Ziele und achtet weniger auf das „ständige Kursgezappel“.
    • Als Instrumente eignen sich ungehebelte Produkte, wie Aktien, Fonds oder ETFs. Letztere kann man auch monatlich automatisch besparen!
    • Lernen Sie, SEHR langfristig zu denken und trotzdem immer mal wieder Ihre Position zu überdenken.

Allein diese (Selbst-)Einordnung grenzt die Auswahl der weiterführenden Literatur um ca. 50% ein! Natürlich gibt es hier und da ein paar Überschneidungen und man sollte sich ein wenig mit dem anderen Ufer beschäftigen, aber das kommt automatisch bei genauerer Betrachtung.

Testen Sie Ihre Strategien

Bevor Sie nun endlich mit dem Trading oder Investing starten, sollten Sie noch einmal innehalten. Denn keine Strategie ist zu 100% sicher. Deswegen ist es anzuraten, Ihre ganz persönliche Strategie zuerst auf einem Demokonto zu testen, am besten unter möglichst realen Bedingungen.

Zusammenfassung

Halten wir die wesentlichsten Dinge noch einmal kurz fest:

  • Starten Sie nicht einfach so mit dem Handel, wenn Sie nicht viel Geld verlieren wollen.
  • Betrachten Sie erst die Landkarte des Finanzmarktes und definieren Sie eine grobe Richtung.
  • WAS möchten Sie WIE handeln? WANN wollen Sie sich darum kümmern und WOMIT machen Sie das am besten?
    • Welchen Markt wollen Sie handeln?
    • Lernen Sie die Vor- und Nachteile von Fundamentalanalyse, Technischer Analyse und News-Trading
    • Wie oft wollen Sie sich um Ihre Positionen kümmern? Minütlich, stündlich, täglich, wöchentlich, monatlich oder „nie“?
    • Welches Produkt hilft Ihnen dabei, genau so zu handeln, wie Sie das möchten?
  • Bilden Sie sich in IHRE präferierte Richtung fort und LERNEN Sie von den besten aus diesem Bereich.
  • Testen Sie in einer sicheren Umgebung, ob der gewählte Ansatz zu Ihnen passt.
  • Gehen Sie „live“ und lernen Sie weiter…

Bildnachweise: Boot auf einer Landkarte © CC0 by SteenJepsen, pixabay.com;

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